Nach dieser Episode aubseits des Meeres fuhren wir also auf dem direkten Wege nach
Kroatien - zurück ans Meer. Dort besichtigten wir zuerst Dubrovnik. Wenn man nach Dubrovnik
reinfährt, wirkt es als wäre es eine Stadt wie jede andere auch. Nur kleine
Sehenswürdigkeitsschilder deuten auf die Altstadt hin. Folgt man nun diesen
Wegweisern bis in die Altstadt, kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Es
ist eine Stadt wie im Mittelalter. Jedes einzelne Haus sieht wie original aus!
Man kennt das ja, dass in solchen alten süßen Kleinstädten hier und da mal ein
neues Haus dazwischen steht. In Dubrovnik nicht. Jedes Haus stimmt da. Wären
die ganzen bunten Sonnenschirme nicht und die Touristen wären einfach
gekleidete, dreckige Menschen, man würde sich tatsächlich 500 Jahre
zurückversetzt fühlen. Die Stadtmauer ist noch komplett erhalten und in der
Altstadt gibt es nicht eine einzige Straße, die mit dem Auto befahren werden
darf. Auf die Stadtmauer darf man rauf und einmal rundherum laufen, man muss
dafür aber 10 € Eintritt bezahlen und das war es uns nicht wert. So sind wir
einfach nur ohne Ziel und Verstand durch die Stadt gelaufen und haben uns von
dieser Atmosphäre beeindrucken lassen. Ich hoffe, das Flair kommt halbwegs
rüber.
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| Blick der Fallbrücke, die uns ins Zentrum führt, auf die Stadtmauer und das Meer. Das rechts ist ein Restaurant, dass es seit dem 19. Jahrhundert gibt. |
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| Blick von außen auf die Befestigungsanlage des Zentrums |
Nach diesem Stadtaufenthalt fuhren wir weiter. Es gibt eine
Halbinsel gleich nördlich von Dubrovnik, da wollten wir hin. Allerdings sind
unsere Ansprüche klar: Wir wollen einen Campingplatz, der Meerzugang bietet!
Wir wollen baden gehen. Nach kurzem Suchen fanden wir einen Platz. Er lag genau
in einer Bucht mit einem schönen Strand. Der Strand war sogar zum guten Teil
ein Sandstrand!
So was hat man in Kroatien ja kaum. Überall gibt es nur
Steinstrände. Aber dort gab es auch einigen Sand. Überhaupt war es ein schöner
Platz. Viele Bäume standen herum, so dass das Auto nicht zu heiß wurde. Außerdem
gab es 2 Tennisplätze und einen Basketballplatz. Nutzen konnten wir das leider
nicht, da uns sowohl ein Ball als auch Tennisschläger fehlen. Einen Tennisball
hätten wir dafür dabei gehabt. So genossen wir den Strand, die Hitze und die Sonne.
Wir kamen mit unseren Nachbarn ein wenig ins Gespräch. Die fuhren einen
wunderschön hergerichteten Westfalia T2! Prachtstück in Orange!
Trotzdem blieben wir nur eine Nacht, denn ganz billig war es
dort nicht. Wir fuhren den gleichen Weg wieder runter von der Halbinsel und
machten noch einen kurzen Halt in Ston. Ston ist ein Ort, der dort auf der
Halbinsel liegt und über eine beeindruckende Stadtmauer verfügt. Sie verläuft
entlang eines Berges und von oben aus hat man sicherlich einen beeindruckenden
Ausblick.
Leider kostete es wieder Eintritt und Marcus war eh etwas schwach, da
er gerade ein bisschen erkältet war. Allein wollte ich gegen Geld nicht da oben
langstiefeln und so gingen wir wieder zurück zum Auto. Auf unserem Weg fanden
wir einen gigantischen Rosmarin Strauch. Ich habe so viel Rosmarin gepflückt,
dass ich eine ganze Weile meine Reserven nicht mehr auffüllen muss! Noch
trocknet er gut durch aber schon bald kann ich damit hervorragende Tomatensoßen
zubereiten oder auch einen Salat abschmecken. Das Tagesziel war jetzt Split.
Dafür mussten wir einen ganz kurzen Teil durch Bosnien fahren, da Kroatien
nicht die gesamte Küste abbekam. Der Grenzübertritt von Kroatien nach Bosnien
verlief problemlos. Als wir wieder nach Kroatien einreisen wollten, wurden wir
an der Grenze angehalten. 2 Polizisten durchsuchten unser Auto – ziemlich
gründlich! Sie rochen an jedem Gewürz. Sie durchwühlten die Dreckwäsche. Sie
durchsuchten unsere Portmonees. Sie baten uns, unsere Taschen zu leeren und
tasteten uns ab. Das war die schärfste Grenzkontrolle, die wir bisher hatten.
Es steht uns nur noch eine einzige richtige Grenzkontrolle bevor, von Kroatien
nach Slowenien. Aufgeregt waren wir aber nicht. Wir kannten die Situation ja
schon, dass unser Auto durchsucht wird und wir haben ja auch nichts zu
verstecken. Ich fragte dann, ob es das Peace Zeichen auf der Motorhaube war,
das ihre Aufmerksamkeit auf uns zog. Er meinte, nicht nur. Naja, was soll man
sagen. 2 junge Männer in einem abgeranzten Bus. Der
Schluss, dass da Drogen drin sein könnten, liegt nicht fern. Wir wurden mit den
Worten „Ok, if you have some, I don’t find it.” entlassen und durften
weiterfahren. Wie gesagt, Split war das Ziel. Wir fuhren an Split vorbei auf
der Suche nach einem Campingplatz, der einerseits nicht zu sehr ins Geld geht
und andererseits Internet bietet – möglichst ohne Zusatzkosten. Das ist gar
nicht so einfach hier! Internet kostet teilweise 3 € für eine Stunde und eine
Nacht auf dem Platz kostet schnell mal über 20 €! Sich an diese Preise zu
gewöhnen, fällt uns immer noch schwer. Jeder Einkauf kostet hier z.B. auch 20
€. Wir verstehen das gar nicht. So ein Einkauf hält auch nur 2 Tage. In Deutschland ist das günstiger. Außerdem sind wir
vom Osten Europas zu verwöhnt! Naja, schlussendlich fanden wir einen günstigen
Campingplatz und dort gab es sogar einen kostenlosen Hotspot. Der Platz war
sehr einfach. Es war eigentlich nur der recht großzügige Vorgarten eines
Wohnhauses. Wir waren wieder mal direkt am Meer. Diesmal lagen dort aber auch
viele Motorboote an und wir mussten uns den Strand mit den Liegeplätzen teilen.
Da aber kein einziges Boot abfuhr, so lange wir dort lagen, störten wir uns
nicht weiter daran. Dort verweilten wir für 2 Nächte. Marcus konnte sich so
wieder auskurieren und wir konnten ganz ruhig machen. Die Betreiber waren
unheimlich freundlich. Zum Mittagessen grillten sie Unmengen an Fleisch. Das
war echt verrückt. Wir hatten auch gerade gegessen und waren deshalb gut satt.
Plötzlich kommt einer an mit einer Schale voll gegrilltem Fleisch mit
gegrillten Paprika und Tomaten und selbstgemachten Pommes. Dummerweise waren
wir schon satt, also aßen wir es zum Frühstück am nächsten Tag, weil wir keinen
wirklichen Mittagshunger hatten. Am Abend kam der Besitzer zu uns und brachte
uns Wein. Sie hätten mehrere hundert Weinreben und machten daraus Wein,
erklärte er uns. Also goss er uns aus seiner 5 Liter Flasche ein. Wir sollten
nur 2 Gläser holen. Kein Problem dachten wir uns, also holten wir unsere 0,4 l
Plastebecher raus. Da gießt der uns die Becher doch tatsächlich bis obenhin
voll! Also hatten wir jetzt mehr als eine normale Flasche Wein in 2 Becher aufgeteilt vor uns stehen. Na denn,
Prost! Am nächsten Tag fuhren wir weiter Richtung Zadar. Die Stadt ist ganz süß
aber kein ausgesprochenes Erlebnis. Es ist eine Arbeiterstadt mit einem alten
Zentrum.
Es gibt Ruinen aus der Römerzeit aber das, was mich am meisten
beeindruckt hat, war eine Orgelinstallation, welche den benötigten Luftdruck
durch die Wellen des Wassers bekommt. Wenn als ein Boot vorbeifährt und die
Wellen stärker gegen diese Installation preschen, wird die Musik schneller,
lauter, verrückter. Es ist keine richtige Melodie, es sind vielmehr einfach
willkürliche Töne, je nach den Wellen halt. Irgendwie toll! Wir verließen Zadar
nicht, bevor wir nicht noch eine Buchhandlung aufgesucht hatten. Immerhin waren
meine Bücher ausgelesen und ohne Bücher nachmittags auf dem Zeltplatz wird mir
langweilig. Wir fanden problemlos eine Buchhandlung die einige englische und
auch eine Hand voll deutsche Bücher verkaufte. Also entschied ich mich für je
eins aus den beiden Sprachen und wir fuhren ab. Nicht weit hinter Zadar fanden
wir dann einen sehr bezahlbaren Campingplatz direkt am Wasser. Etwas später kam
ein Schweizer Paar an und stellte sich neben uns. Es hat wirklich viel Spaß
gemacht! Wir tranken zusammen Wein, redeten und scherzten miteinander.
Natürlich haben wir unsere Blogadressen weitergegeben, also meine
schweizerischen Freunde: Wenn ihr das hier lest, vielen Dank für die schöne
Zeit mit euch! Heute fuhren wir nun bis Rijeka. Rijeka hat einen großen Hafen
und viele Plattenbauten. Dazwischen findet man eine Altstadt im Stil des späten
19. bzw. frühen 20. Jahrhunderts. Nichts Besonderes. Nicht toll erhaltenes.
Eine Stadt wie jede andere auch. Aber wir fanden einen schönen Campingplatz mit
Meerzugang. Der kleine Strand hier ist überfüllt, sowas habe ich noch nicht gesehen. Man kommt gar nicht so ohne weiteres bis ins Meer hinein! Die ganzen Handtücher mit Leuten drauf versperren einem den Weg. Da ist dann balancieren angesagt. Dafür entschädigt dann aber das Meer, das schön warm ist und wie immer eine tolle Erfrischung bei der allgegenwärtigen Hitze ist. Außerdem gibt es hier Internet und Strom und so kann ich nun die nächste Episode meines
Blogs hochladen und euch von der vergangenen Woche berichten.











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