Lange habe ich schon nichts mehr geschrieben. Erst hatten
wir Besuch, so dass ich mich nicht zurückzog, um meine Erfahrungen
niederzuschreiben. Dann war es schlicht und ergreifend Unlust, sich dazu
niederzusetzen. Nach nun über 2 Wochen gibt es aber wieder ein Lebenszeichen
von mir.
Nach unseren Wandererfahrungen in der Slovenský Raj führte
unser Weg nach Budapest. Am nächsten Tag um halb 9 Uhr morgens bekamen wir
nämlich Besuch in Budapest. Chrizzy und Maik hatten sich angekündigt, uns eine
Woche zu begleiten. Doch zunächst mussten wir einen adäquaten Platz zum
Übernachten finden. Den fanden wir auch – am Rand des Stadtzentrums. Wir hatten
uns die Adresse eines Waschsalons aus dem Internet besorgt uns das Navi führte
uns zuverlässig an diesen Ort. Ein Hoch auf die moderne Elektronik! (Auch, wenn
das Navi alles andere als modern ist…) Über Land benötigt macht das Fahren mit
Karte und nach Ausschilderung deutlich mehr Spaß. Man weiß so wenigstens, wo
man ist, nimmt die Orte und die Landschaft irgendwie deutlich besser wahr. In
der Stadt ist es Gold wert. So fanden wir jedenfalls unser Ziel problemlos und
ganz in der Nähe konnten wir unser Auto auch hervorragend parken. Wir mussten
nur noch für ein paar Stunden bezahlen. Über Nacht war das Parken dann
kostenlos und wir mussten ja sowieso früh wieder weg. Während unsere Wäsche in
der Waschmaschine vor sich hin rotierte (was wirklich mal wieder notwendig
war!), stellten wir beeindruckt fest, dass wir uns mitten in eine Barlandschaft
gestellt hatten. Und günstig war es dort!! Ich orderte in eine Limonade
bestehend aus frischem Maracujasaft (wirklich aus der Frucht) und Mineralwasser
für 2 Euro auf einen halben Liter! Preislich ist Osteuropa das Paradies. Wir
müssen uns gerade wieder an deutsche Preise gewöhnen und wahrlich – es fällt
nicht leicht. Doch zurück nach Budapest. In diesem Café suchte ich nach einem
Laden, der einen Akku für meinen Laptop auf Lager hatte. Der hatte nämlich kurz
zuvor den Geist aufgegeben. Die Verbindung zwischen 2 Zellen war hinüber und
der Rechner somit ohne externe Stromquelle unbrauchbar. Der Lenovo Premium
Händler war natürlich schon geschlossen. Die haben dort nur bis um 6 offen.
Verstehe das, wer wolle! Auf dem Rückweg sah ich einen noch geöffneten
Computerladen, der mir die Adresse eines Akkuhändlers gab. Dort bekam ich im
Verlaufe unseres Budapest – Aufenthalts dann auch einen neuen Akku. Wir parkten
genau neben einem Musikgeschäft. Dort fanden wir dann auch die lang ersehnte
Djembe. Eine Djembe ist eine Trommel, die man sich zwischen die Beine klemmt
oder auch unter den Arm. Sie stammt ursprünglich aus Afrika. Unser Bus ist
jetzt also mit Musikinstrumenten vollgestopft: Gitarre, Didgeridoo und Trommel.
Die Nacht kommt und geht und wir stehen am Bahnhof, um unsere Gäste
entgegenzunehmen. Wir fahren zunächst zu unseren bereits länger gebuchten
Hostels und checken ein. Es folgt erst mal eine Ruhepause. Es gibt viel zu
erzählen. Am Abend begeben wir uns in eine Straße voller Restaurants und essen
königlich. Am nächsten Tag folgt eine Free City Tour durch Budapest. Es ist
eine wunderschöne Stadt. Oft wird sie in einem Atemzug mit Prag genannt. Sie
verfügt über eine wunderschöne Uferpromenade. Marcus meint sogar, diese
Uferpromenade könne mit Dresden mithalten. Ich bin da ja etwas skeptisch, an
mein Dresden lass ich so schnell nichts kommen. Dennoch: schön ist sie!
Budapest ist eine Stadt, die aus allen möglichen Diebstählen besteht. Überall stehen
Gebäude, die aus allen großen Metropolen der Welt abgekupfert wurden. Das
Parlament z.B. ist ein Nachbau des britischen Parlaments, nur größer. Es war
lange das längste Parlament der Welt. Mittlerweile verfügt Rumänien über ein
noch längeres Parlamentsgebäude. Die vielen Nachbauten rühren daher, dass
während des Österreichisch – Ungarischen Reiches auch für den ungarischen Teil
eine Hauptstadt eingerichtet werden sollte. Es gab aber keine passende Stadt
also verband man die Städte Buda und Pest einfach zu Budapest und schmückte sie
aus. Man sieht das auch heute noch. Die beiden Seiten der Städte sind völlig
anders aufgebaut. Während die Pest – Seite z.B. über eine sehr klare
Straßenstruktur mit 3 kreisförmigen Ringen und 5 Boulevards, die genau ins Zentrum
der Stadt laufen, verfügt, kommt die Buda – Seite sehr viel ungeordneter auf
der Landkarte daher. Auch die Architektur unterscheidet sich mitunter stark.
Die Buda – Seite ist auch etwas bergiger und so kommt es, dass dort 2 Berge
inmitten der Stadt aufragen. Auf einem dieser Berge gibt es eine große Statue.
Von diesem Ort aus hat man ein einmaliges Panorama.
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| Was derjenige sich dabei wohl gedacht hat, als er sein Fahrradschloss abschloss? |
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| Maik stutzt den Bart! |
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| Willkommen! |
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| Budapest Panorama |
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| Blick auf das Schloss |
Aber auch in der schönsten Stadt kann man nicht ewig
bleiben. So zog es uns am nächsten Tag weiter. Natürlich nicht, ohne einmal
eine der vielen Thermen besucht zu haben, für die Budapest so bekannt ist. Es
ist herrlich – warme, wärmere und sogar noch wärmere Wasserbecken, die zum Teil
furchtbar riechen ob ihres Mineraliengehalts, laden zum Entspannen ein. Ein
großer Außenbereich mit auf 37°C aufgeheiztem Wasser lassen auch kaltes Wetter
vergessen. Eine weitere Therme erlebten wir nochmal in Ostungarn, wo wir
Marcus‘ Großeltern trafen. Wir hatten uns einen Campingplatz auserkoren, auf
dem wir das Auto sehr gemütlich abstellen konnten. Der Eintritt zu den
heilenden Wasserbecken war bereits im Campingplatzpreis inbegriffen und so
ließen wir uns das natürlich nicht entgehen. Natürlich war diese Therme weder
so groß noch so schön wie die in Budapest. Trotzdem war sie nicht zu verachten.
Sie war sauber und hatte doch einige Becken zu bieten. Aus 40°C warmen Wasser
in ein 17°C warmes Wasserbecken umzusteigen, erfordert schon etwas Willen.
Danach fühlt man sich aber wie neu geboren! Jetzt sollte es aber nach Rumänien
gehen! Zuerst wollten wir uns das Kreischgebiet ansehen. Man sagt, dort sei die
Zeit stehen geblieben. So ist es auch. Überall fahren die Leute mit kleinen
Pferdekutschen rum und transportieren Heu oder verschiedene Waren. Sie leben
autark, bauen das an, was sie selbst verbrauchen. Es ist ein Gebiet
allgegenwärtiger, überwältigender Armut. Dort taucht man ein in eine Welt, die
uns so fremd ist wie das Mittelalter. Am Straßenrand sitzen alte Mütterchen und
alte Männer. Nicht selten sieht man auch Gypsies, also Zigeuner. Ich werde den
Begriff Gypsies verwenden, da er nicht so negativ besetzt ist wie das Wort
Zigeuner, das sich herleitet von „ziehender Gauner“. In Rumänien ist die Gypsy
– Problematik sehr aktuell. Die Rumänen hassen die Gypsies von ganzem Herzen.
Sie werden ausgegrenzt – in der Schule von den Lehrern genauso wie im
öffentlichen Leben. Das Resultat ist, dass sie sich selbst auch abgrenzen und
sich den Rumänen gegenüber verschließen. Sie wirken kaum in der Gesellschaft
mit, sei es gewollt oder gezwungen. Es ist eine schwierige Situation. Wir haben
uns versucht, von ihnen fern zu halten. Auch, wenn sicher nicht alle gemeine
Diebe sind, so hören wir doch nichts anderes als solche Geschichten und wollen
unser Glück nicht auf die Probe stellen. Als wir das Kreischgebiet, das selbst
für Rumänien sehr arm ist, verlassen, erreichen wir Maramures. Maramures ist
bekannt für seine alten Holzkirchen. Jedes Dorf hat seine eigene komplett aus
Holz gebaute Kirche. 8 von ihnen sind sogar Weltkulturerbe. Jede einzelne Dachschindel ist kunstvoll aus Holz
angefertigt. Durch die Verwitterung wird es grau und leuchtet wie Silber, wenn
die Sonne darauf scheint.
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| Bedenkt, das Dach besteht aus nichts anderem als Holz! |
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| die größte Holzkirche der Welt |
Typisch für Maramures sind auch die Holztore. Es sind
große, kunstvoll gearbeitete Tore, die zu vielen Grundstücken führen. Man sieht
diese wunderbaren Stücke Handwerkskunst und gleich dahinter ein altes kleines
Häuschen, dass schon lange die eine oder andere Reparatur notwendig gehabt
hätte. Es ist ein merkwürdiger Kontrast. Auf einem kleinen von einem
ausgewanderten Belgier betriebenen Zeltplatz kommen wir unter. Wir fühlen uns
dort wohl. Es regnet und wir sitzen auf einer überdachten Terrasse, essen,
machen unbeholfen Musik, erzählen. Dann fahren wir nach Cluj Napoca. Es ist die
Hauptstadt Siebenbürgens oder, wie es in Rumänisch heißt, Transsylvanien.
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| Ausblick an der Grenze Maramures - Transylvanien |
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| Ein Holztor kennzeichnet die unterschiedlichen "Landkreise" |
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| Hier findet Marcus einen kleinen Freund. Wir können ihn aber nicht mitnehmen. |
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| ´Kaum in Transylvanien angekommen gibt es das nächste Abenteuer... |
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| ...eine wackelig aussehende Hängebrücke. |
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| Wir überleben sie und Maik findet eine außergewöhnlich große Harke. |
Dort
lebte Chrizzy 4 Monate lang während ihres Erasmus Semesters. Sie konnte uns die
Stadt zeigen, wir trafen eine Freundin von ihr, die dort Zahnmedizin studiert.
Sie ist Deutsche und kommt aus München. Man kann hervorragende Gerichte für 3 €
im Restaurant bestellen. Für 4,50€ wird man satt und hat dazu sogar noch ein
Bier bekommen! Es ist das Paradies! Es gibt eine Markthalle, in der lokal
erzeugte Waren angeboten werden. In dieser Markthalle kann man ein Kilo
Süßkirschen für weniger als 1,5€ kaufen. Das geht so weiter mit Erdbeeren,
Pfirsichen, Aprikosen sowie sämtlichen Gemüsesorten. Es ist frisch, schmeckt
ausgezeichnet und kommt aus der Region. Ja, in Rumänien kann man es aushalten.
Man merkt in der Stadt nicht, dass man in einem solch armen Land ist. Es ist
wie bei uns. Das ist allerdings eine Erkenntnis, die sich immer wieder zeigen
soll. In den Stadtzentren merkt man meist keine Armut, egal wie wenig die
meisten Menschen in einem Land doch haben.
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| Denkmal und Kirche in Cluj |
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| Kraftsport, die erste.... |
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| ...die zweite... |
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| Puh! Und wieder hoch! |
Einen Tagesausflug gönnen wir uns in die Turda - Schlucht. Es ist ein wunderbares Naturgebiet 30 km von Cluj entfernt. Wir sagen uns, wir wollen durch die Schlucht laufen und oben an der Schlucht zurücklaufen. Der erste Teil war recht einfach. Die Wege sind ganz vernünftig. Es ist schön dort.
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| so machen wir die erste Bekanntschaft mit der Schlucht |
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| ...Knips! |
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| AAAAACHTUNG!!!! Stein fällt. Ach verdammt... |
Der Rückweg gestaltet sich schon um einiges schwerer. Es fängt nämlich gerade zu regnen an und praktischerweise laufen wir einen mittlerweile etwas verschlammten kleinen Trampelpfad nach oben. Dank modernster in meinen Kompass integrierter Messtechnologie kann ich erkennen, dass die Steigung sage und Schreibe 50% beträgt. Will heißen: mit unseren durchnässten nicht für solches Gelände gedachten Turnschuhen rutschen wir immer wieder weg. Aber wir schaffen es. Wir kommen oben an. Völlig fertig, durchnässt, durstig. Aber wir kommen an. Der Ausblick entschädigt für einiges.
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| kaputt... | |
Das nächste Problem lässt aber nicht lange auf sich warten. Wir finden unseren Weg auf dem Plateau nicht mehr. Die Beschriftungen auf den Steinen sind furchtbar ausgebleicht. Wir finden eine Kuhherde und auch einen alten Mann, der die Herde heimtreiben will. Er versteht uns nicht und will uns zurückschicken. Da sehen wir es: das Wanderzeichen! Wir sind gerettet. Den Weg hätten wir nie wieder runtergehen können. Wir sind ja hochwärts schon immer wieder abgerutscht aber runterwärts wäre es die Hölle geworden. Der Regen verzieht sich, die Sonne kommt raus. Die Aussicht wird immer schöner.
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| Ein Wegweiser! Herrlich! |
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| Das letzte Zeichen vor dem Abstieg! Wir sind gerettet! |
Nach 5 km Hinweg und weiteren 12 km Rückweg kommen wir wieder beim Auto an. Es gibt einen Imbiss dort. Den Plündern wir. Es gibt Pommes und grobe Würstchen, die richtig gut schmecken! Die Leute dort sich extrem nett. Wir fühlen uns wieder richtig wohl. Wir kaufen noch Kürtöschk, das ist eine hohle Rolle Kuchenteig mit Zucker oder Kakau oder Nüssen oder Kokossplittern bestreut und auf dem Grill gebacken. Für uns ist es das Paradies! In Cluj verabschieden wir unseren
Besuch wieder und fahren weiter nach Sibiu, zu Deutsch Herrmannstadt. Diese
Stadt ist altes deutsches Siedlungsgebiet. Bis in das 18. Jahrhundert war es
auch nur Deutschen gestattet, dort zu siedeln. Das sieht man heute noch sehr
deutlich. Das Stadtzentrum sieht sehr deutsch aus. Die Wohnhäuser, der Markt,
das Rathaus, alles sieht aus wie in einer kleinen deutschen Stadt.
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| Befestigungsmauer Herrmannstadts |
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| Anlässlich des Theaterfestivals fährt ein elektrisches Klavier mit einer elektrisch gedrehten echten Ballerina vorbei! Wahnsinn! |
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| Menschenmenge! Die Hölle bricht los! |
An dem Tag,
an dem wir ankommen, ist die Hölle los. Zunächst wundern wir uns darüber. Dann
stellt sich heraus, es ist gerade der letzte Tag eines Theaterfestivals. Wir
gehen auf den Marktplatz und stoßen auf ein Konzert. Eine rumänische Band
covert diverse Lieder und macht das sehr gut. Das Publikum hat sichtlich Spaß
und wir auch. Auf das Konzert folgt eine sehr surreale Vorstellung einer
Gruppe. Es fahren sehr fantasievolle Gerüste durch die Zuschauermengen, auf
denen als Meerjungfrauen verkleidete Frauen akrobatische zur Musik passende
Bewegungen machen. Menschen auf Stelzen, die aussehen wie Aliens, laufen mit
einer Art Laserkanone durch die Massen. Man fühlt sich in eine Fantasiewelt
versetzt. Es ist wie in einem fantastischen Buch oder Film. Beeindruckend. Wir
laufen weiter und sehen von oben auf die mittelalterlich aussehende Stadt. Nach
einer Nacht dort fahren wir weiter nach Brasov, zu Deutsch Kronstadt. Brasov
ist ebenfalls eine alte deutsche Stadt. Sie liegt direkt an einem Berg, auf den
eine Seilbahn fährt. Von oben hat man einen wahnsinnigen Blick. Brasov war auch
schon Drehort eines Hollywood Films, weshalb auch in Brasov auf dem Berg der
Name der Stadt in gigantischen Lettern geschrieben steht, genau wie in
Hollywood. Bemerkenswert ist, dass Brasov von seiner deutschen Minderheit
regiert wird. Nur 2% der Bevölkerung Brasovs ist Deutsch. Trotzdem halten sie
2/3 der Sitze im Stadtparlament. Die Partei heißt Forumul German. Ihr Logo ist
ein großes Herz. An der Kirche in Brasov steht alles in Deutsch, alles. Die
Gottesdienste werden in deutscher Sprache angekündigt und hinter einer
Ankündigung steht in Klammern „in rumänischer Sprache“.
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| Forumul German Werbung |
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| deutsche Aushänge an der Kirche |
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| "BRASOV" von unten |
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| Brasov von oben |
Nach Brasov ging unsere
Reise nach Bran. Dort steht das Dracula Schloss. Es sieht genauso aus, wie man
sich das Dracula Schloss immer vorgestellt hat oder wie man es aus diversen
Filmen und Bildern kennt. Dennoch hat es mit Dracula so viel gemein wie Äpfel
mit Maracujas. Es ist nur der Ort, an dem sich Bram Stroker orientiert hat, als
er seinen Dracula Roman schrieb. Nicht einmal das historische Vorbild Draculas,
Vlad der Pfähler, war hier. Vlad der Pfähler war ein rumänischer König, der
seine Feinde tötete, indem er einen langen angespitzten Pfahl in den Anus einführte
und mit diesem Pfahl durch alle lebenswichtigen Organe stock, bis er zum Mund
wieder raus kam. Es konnte passieren, dass die Opfer so noch einige Tage am
Leben waren, bis sie ausgeblutet waren. Es gab nun Legenden, dass er ihr Blut
trank, um sich ihre Stärke einzuverleiben. Davon ist jedoch nichts überliefert.
Seine Mordmethoden und seine Persönlichkeit standen Pate für diesen Vampir.
Ansonsten war dieses Schloss einfach ein Anwesen eines Hohenzoller Prinzen, der
über Transsylvanien herrschte. Das damalige Rumänien beinhaltete Siebenbürgen
nämlich noch nicht, sondern bestand nur aus der Moldau und der Walachei,
während Siebenbürgen Teil des Österreichisch – Ungarischen Staates war.

Bevor
wir jedoch dieses Schloss besichtigten, eröffnete ich Marcus, dass ich diese
Reise nicht bis zum Ende weiterführen möchte. Ich stellte mir diese Reise zu
romantisch vor. Die Gründe jetzt hier ausführlich zu erklären, würde den Rahmen
sprengen. Kurz gesagt, gibt es hier für mich zu wenig Beständigkeit und ich
habe festgestellt, dass ich darauf mehr Wert lege, als ich dachte. So lernt man
auf einer Reise wie dieser also auch sich selbst besser kennen. Wir mussten
jetzt also die Route neu planen. Die Ziele waren schnell gesteckt. Wir fahren
über Sofia nach Mazedonien. Von dort aus führt die Route über Albanien,
Montenegro, Kroatien und Slowenien nach Österreich, was ja eigentlich schon
fast wieder Deutschland ist ;) Vielleicht fahren wir dann über Tschechien,
vielleicht fahren wir auch durch Deutschland. Das können wir heute noch nicht
sagen. Also wurden die Pferde gesattelt, alle 58 von ihnen, und wir bewegten
uns nach Sofia. In unserem Osteuropareiseführer gehört Sofia nicht zu den
Highlights Bulgariens. Egal, ein Kommilitone Marcus‘ macht dort gerade ein
Erasmus Semester und wir haben eine Unterkunft. Also fahren wir nach Sofia. Bis
Mitternacht hätten wir in Sofia sein sollen. Da haben wir aber den
Grenzübertritt nicht eingerechnet! Will man von Rumänien nach Bulgarien, muss
man über die Donau. Das ist gar nicht so einfach! Wir wählten den direkten Weg.
Das bedeutet, wir fuhren Fähre. Das ist alles ganz seltsam dort, da sich
bulgarische und rumänische Seite offensichtlich nicht ganz einig sind über diese
Flussüberquerung. Jedenfalls bezahlt man erst eine Gebühr für den Hafenbetrieb
auf rumänischer Seite, dann bezahlt man eine Gebühr für die Fährbenutzung und
dann nochmal eine Gebühr für den Hafenbetrieb auf bulgarischer Seite. Macht
zusammen über 60€ für 500m über die Donau!!! Dann muss man in Bulgarien genau
wie in Rumänien eine allgemeine Straßengebühr entrichten. Das ist mit 5€ für 7
Tage aber überschaubar und die Straßen sind durchaus nutzbar. Nun ließ die
Fähre auf sich warten und wir mussten nochmal 4 km zurück fahren, da man die
Fähre nicht mit Karte bezahlen kann. Dann ließ die Fähre auf sich warten und
dann mussten wir ewig suchen, bis wir das Geld für den bulgarischen
Hafenbetrieb und die Vignette zusammengekratzt hatten. So dauerte der
Grenzübertritt 3,5 Stunden und wir waren Mitternacht nicht in Sofia, sondern gerade
erst über die Donau rüber. Sofia erreichten wir mit unserem Panzer aus
französischem Stahl erst um 3 Uhr Nachts. Wir hatten uns bereits ein Hostel
ausgeguckt und schliefen dort schnell ein. Am nächsten Tag nahmen wir Kontakt
mit Martin auf und bewegten uns dann im Rahmen einer weiteren Free City Tour
durch Bulgariens Hauptstadt. Es ist eine interessante Stadt aber keine
großartige. Das Zentrum ist sehenswert, einen Fuß muss man dort aber nicht
raussetzen. Die Geschichte dieser Stadt ist jedoch recht interessant. Muslime,
Juden und Christen lebten hier immer friedlich miteinander. In wenigen Metern
Entfernung um den Platz der Toleranz stehen Gotteshäuser aller 3 Religionen.
Nie gab es Probleme. Während der Nazi Zeit kooperierte Bulgarien mit
Deutschland. Dennoch fand das bulgarische Oberhaupt immer wieder Gründe, keine
Juden auszuliefern. Er sagte, Bulgarien bräuchte seine Juden genauso wie
Deutschland als Arbeitskräfte. Waren deutsche Gesandte bei ihm , schickte er
einen Zug los, um sich dann Gründe auszudenken, warum er die Juden doch
brauchte und warum der Zug vor der Grenze doch wieder umkehren musste. Es ist
eine einmalige Geschichte. Nach dem Krieg lebten in Sofia noch 50.000 Juden.
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| Alte Gebäude... |
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| ...neben Gotteshäusern... |
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| ...neben sozialistischen Prachtbauten... |
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| ...neben Gotteshäusern wie in Russland. Hier gibt es alles, und zwar alles beisammen. |
In
Sofia gibt es einen Markt, ganz ähnlich der Markthalle in Cluj. Dieser Markt
ist jedoch open air. Es ist beeindruckend, wie das Obst und Gemüse in Bulgarien
nochmal günstiger ist als in Rumänien. Zum Beispiel kostet ein Kilo Kartoffeln
ganze 20 Cent. Wir decken uns mit vielen sehr aromatischen Paprikas, mit
Kartoffeln, mit Tomaten, mit einer Zucchini, mit Frühlingszwiebeln, Aprikosen
und Pfirsichen ein und bezahlen dafür ungefähr 3 €. Es war gar nicht so
einfach, alles aufzuessen! Dann gehen wir noch etwas Essen und fahren am
nächsten Tag nach Mazedonien. Mazedonien hat eine wundervolle Landschaft zu
bieten, genau wie auch schon Bulgarien und später auch Albanien. Es sind alles
sehr bergige Länder. Immer wieder hat man einen überwältigenden Ausblick von
hoch oben über die Ländereien. Nun wussten wir auch nicht so recht, wass wir
uns in Mazedonien ansehen sollen. Also setzten wir uns die Hauptstadt Skopje
als Ziel. Wir wollten uns ein paar mazedonische Denar holen also ging ich an
einen Geldautomaten und stecke meine Kreditkarte. Der Automat sagt mir, er lese
die Karte. Das dauert recht lange. Plötzlich sagt der Automat zu mir, ich hätte
zu lange gebraucht, die Karte wieder rauszunehmen und behält meine Karte ein.
Plötzlich steht im Display, der Automat wird gerade gewartet. Was nun?
Glücklicherweise ist der Automat direkt an einer Bank. Also gehe ich rein in
die Bank und erkläre denen, was da gerade passiert ist. Die finden meine Karte
zwar im Automaten aber erklären mir dann, dass sie mir die nicht zurückgeben
dürfen. Ich müsste meine Bank anrufen. Sie bräuchten zumindest eine Email von
meiner Bank, dass sie mir die Karte wieder aushändigen sollen. Also rufen wir
aus Mazedonien (außerhalb der EU Roaming Vorgaben) für 1,50€ die Minute bei der
DKB an. Die sagen alles kein Problem, die brauchen von mir dafür aber einen
schriftlichen Auftrag mit Unterschrift. Also muss ich zumindest einscannen
können. Wir beschließen, die Karte sperren zu lassen. Marcus holt einem anderen
Automaten Geld und bekommt seine Karte auch zurück. Gottseidank kann Marcus
auch kostenfrei Geld abheben. So bleiben wir liquide ohne Gebühren. Die Stadt
selbst ist nicht sonderlich schön. Es gibt einen großen Platz, in dessen Mitte
ein großer Springbrunnen das Wasser recht hübsch mal als Nebel dann als
umlaufende Wassermauer in den Himmel spuckt. Drumherum stehen unzählige
Statuen. Außerhalb dieses Platzes wird die Stadt schlagartig deutlich
uninteressanter. Es gibt immer noch überall Statuen und doch ist die
Enttäuschung groß. Wir gehen über eine Brücke und kommen zu einer bereits
geschlossenen Burgruine.
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| Eingang zum Stadtzentrum, vom Zentrum aus fotografiert |
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| Der Brunnen. Ob er vor Wut über die bescheuerte Bank schäumt? |
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| Statue eines alten Zars. |
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| Staute. |
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| Oh! Schau! Eine Statue. |
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| Fischstatue. |
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| seltsame Frauenstatue |
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| geschlossene Burgruine |
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| eine Moshee |
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| Von der Burgruine zurück in die Stadt ergibt sich ein recht hübscher Blick. |
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| Nein Sowas! Eine Statue! Nein! Zwei sogar! Wahnsinn! ;) |
So gibt es für uns keinen Grund mehr, noch länger zu
bleiben und wir fahren ab. Mazedonien verfügt leider nicht über Meer aber
Wasser wollen wir dennoch. So war unser Ziel der Ohridsee. Das ist ein großer
See im Südwesten Mazedoniens an der albanischen Grenze. Das war aber an dem Tag
unmöglich noch zu schaffen. Also fuhren wir zunächst die Autobahn aus Skopje
raus. Noch bevor wir auf die Autobahn konnten, mussten wir – wie das in Städten
hin und wieder passiert – an einer roten Ampel halten. Sofort rannten Kinder auf
uns zu und bettelten. Wir verschlossen schnell die Türen und kurbelten die
Fenster hoch. Ein Kind stellt sich vor unser Auto. So konnten wir also auch
einmal die Situation durchspielen, für die wir uns schon vor längerer Zeit
einen Plan zurechtgelegt hatten. Natürlich wollen wir kein Kind umfahren aber
wir müssen ihm das Gefühl geben, dass wir es tun würden, wenn es nicht geht.
Marcus setzt einen hasserfüllten Blick auf und winkt, ich soll losfahren. Ich
gucke das Kind ernst an, tief in die Augen und lasse das Auto langsam
losrollen. Das Kind läuft langsam rückwärts. Es dreht sich um, sieht die Ampel
springt auf grün und rennt von der Straße, auf die nächste Rotphase wartend. Es
macht kein Spaß, so etwas zu tun. Der Schreck saß mir noch eine ganze Weile in
den Knochen. Die Kinder tun mir leid. Dennoch, geben kann man ihnen nicht allen
was und mache ich es wirklich besser, wenn ich ihm 10, 15 Cent gebe? Es ist
eine schwierige Frage. Die Kinder können ja nichts dafür. Erst mal haben wir es
jetzt aber geschafft – wir sind auf der Autobahn. Auf den mazedonischen
Autobahnen gibt es immer wieder Mautstationen. Man zahlt meist nur 50 Cent bis
einen knappen Euro pro Mautstation. Als wir aus der Stadt fuhren halten wir an
einer Station und sprechen mit dem Menschen im Häuschen Englisch. Der meint zu
uns „Warum sprecht ihr Englisch? Schweine!“ Wir gucken uns an und denken, warum
sind wir jetzt Schweine? Aber er erklärt uns mit einem Lächeln „Amerikaner,
Engländer, Schweine! Deutschland! Deutschland ist toll! Deutschland über
alles!“ Er nimmt unser Geld und wünscht uns einen schönen Tag. Ja, das gibt es,
Länder in denen wir Deutsche nicht immer nur die ewigen Nazis sind. An einem
Autobahnrastplatz schlagen wir unser Lager auf. Von dort aus geht es dann am
nächsten Tag zu besagtem See. Gegen Mittag kommen wir an. Es ist herrlich dort.
Die Sonne strahlt, das Wasser ist warm und der Campingplatz, den wir gefunden
haben, liegt hervorragend. Erste Amtshandlung: Baden gehen! Endlich! Wir können
es nicht mehr abwarten, bis wir ans Meer kommen. Das ist ein erster
Vorgeschmack. Wir waschen den Schweiß runter, den wir am vorherigen Abend nicht
abwaschen konnten. So liegen wir da am Wasser und lassen uns die Sonne auf den
Wanst scheinen. Natürlich ist am Abend sowohl mein Rücken als auch mein Bauch
verbrannt.
 |
| Wasser genießen. |
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| seltsame kleine Bläschen überall |
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| Ein schönes Panorama, leider ist es diesig. |

Als wir am nächsten Tag abfahren, lautet unser Ziel Tirana, die
albanische Hauptstadt. In Tirana fährt jeder, wie er will. Fahrspuren scheint
es nicht zu geben. Blinker auch nicht. Die Hupe regiert die Welt. Es ist
dichter Verkehr. Es gibt keine Ausschilderungen in der Stadt. Unser Navi hat
Tirana praktisch nicht drin. Es gibt einige Straßen, die es in echt aber nicht
gibt. Nicht einfach. Irgendwie wühle ich mich durch das Verkehrschaos. Einen
Vorteil hat das Chaos. Jeder fährt hochkonzentriert. Fehler werden verziehen.
Man hupt dann halt einfach mit. Wir finden einen Parkplatz und gehen essen. Man
kann wieder für 3 Euro satt werden. Man kann im gleichen Restaurant auch für 6
Euro eine Pizza mit 35 cm Durchmesser bekommen. Alles ist möglich. Gesättigt
bewegen wir uns ins Zentrum. Wir folgen dort einem kleinen Bildungspfad an
alten Regierungsgebäuden vorbei zur Nationalbibliothek und enden an der
Tabakbrücke. Tabak war lange Zeit das wichtigste Produkt für die
Stadtentwicklung. Ich sehe einen alten Mercedes /8 200D (so einer hier:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f2/Mercedes-Benz_W115_front_20080816.jpg)
in ganz wunderbarem Zustand. Ein Schild hängt an der Seitenscheibe „SHETEM“ –
zu verkaufen. Ich muss es wissen, was so ein Baby in Albanien kostet. In dem
Zustand kosten die in Deutschland gut und gerne 6000€ und mehr. Das Handy des
Besitzers ist aus und so ziehe ich etwas wehmütig weiter. Für einen Tausender
hätte ich nicht lange gefackelt. Wahrscheinlich ist es gut so wie es ist und
für so wenig Geld wird man das Auto wohl auch in Albanien nicht kaufen können.
Übrigens fahren in Albanien sehr viele alte Mercedes rum, bestimmt jeder 3.
Mercedes ist der Nachfolger von dem, den ich gesehen habe oder ein 190er, also
die erste C-Klasse. Aber das wird wohl die wenigsten von euch interessieren ;)
Es ist noch nicht spät und wir wollen endlich ans Meer, also los! Aus Albanien
raus nach Montenegro. Der Grenzübertritt war unkompliziert, wie alle
Grenzübertritte bisher. Montenegro ist jetzt das 10. Land unserer Tour. Wir
fahren bis Bar. Dort finden wir einen Parkplatz direkt am Meer. Zwischen
Parkplatz und Meer gibt es eine kleine Strandbar. So kommt es dass wir in der
35. Minute des Spiels Deutschland gegen Portugal in einer Strandbar in Bar
sitzen und dem kleinen Ball, auf den immer wieder hart von 22 Männern
eingetreten wird, beobachten. Die Bar hat eigentlich geschlossen. Der Fernseher
läuft nur für einen Mitarbeiter der Bar. Der verkauft uns trotzdem ein Bier.
Der etwas ältliche Mann ist etwas betrunken, spricht ein wenig Deutsch und
Englisch und freut sich wie ein kleines Kind über den deutschen Fußballsieg. Am
nächsten Tag fahren wir die Küste entlang bis Kamenari. Kamenari liegt in der
Bucht von Kotor. Diese Bucht ist durchaus zu vergleichen mit einem Fjord und
ist auch Weltnaturerbe. Es ist wunderschön hier! In dieser Bucht gibt es 2
Inseln, auf beiden steht jeweils nur eine Kirche. Die Inseln sind so nahe
aneinander dran, man könnte problemlos von einer zur anderen schwimmen. Man
könnte auch vom Festland aus hinschwimmen. Es sind vielleicht 400 oder 500m.
Das Wasser ist sehr warm, die Sonne scheint kräftig. Immer, wenn es zu warm
wird, springt man mal kurz ins Wasser, schwimmt ein bisschen und man fühlt sich
wieder wohl. Hier haben wir jetzt schon eine Nacht verbracht.



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| Camping in bester Lage |
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| Unser Ausblick, wenn wir das Auto verlassen. |
Heute schlafen
wir auch nochmal hier und dann fahren wir weiter an das andere Ende
Montenegros. Dort soll es den zweitgrößten Canyon der Welt geben, gleich nach
dem Grand Canyon. Das schöne ist: 2,5 Stunden braucht man nur von einem Ende
des Landes ans andere. Wir werden wohl länger brauchen. Von einem Holländer
haben wir erfahren, dass es wohl Steigungen von bis zu 15% gibt. Ob das die
alte französische Technik schafft? Wir werden sehen…
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