Nach einem solch entmutigendem Besuch wie den von Auschwitz-Birkenau mussten wir etwas entspannen. Diese Entspannung fanden wir etwa 200 km weiter süd-östlich. Was es dort gib? Die Slowakei. Genauer einen Nationalpark. Slovenský Raj. Es ist ein wunderschöner Ort. Nach kurzem Suchen finden wir den Campingplatz Autocamping Podlesok. Er liegt genau mittig der West - Ost Ausdehnung des Nationalparks. Nahezu alle interessanten Wanderwege kreuzen diesen Punkt. Was will man also mehr? Am Abend wird erstmal nur das Lager aufgeschlagen. Es wird bald dunkel und wir sind auch nicht mehr so unglaublich fit. Wir bauen unseren bisher fast immer sinnlos mitgeschleppten Klapptisch draußen auf, bohren Löcher im Auto und schrauben Haken rein, damit wir unser Vordach auch ohne Kabelbinderpfusch aufbauen können. Außerdem repariere ich noch unseren Tisch im Auto, der hatte beim Umbauen mal eine Schraube verloren, wodurch die Tischplatte nicht mehr so recht am Gestell halten will. Dafür hatten wir uns bereits mit Holzeinschraubgewinden ausgestattet, damit das nicht wieder passiert. Nachdem diese Arbeit (eigentlich ist es keine Arbeit für mich, ich vermisse das Basteln schon...) erledigt ist, wird gekocht. Zucchini wird angebraten, Tomaten geschnitten, Paprika auch. Nudeln kochen erst, dann braten sie allein, dann gemeinsam mit dem Gemüse, Gewürzen, Öl und Eiern. Viel zu viel ist es. Wir werden noch am nächsten Abend sehr reichlich zu essen haben. So sitzen wir da und genießen das Wetter, den Ort und unsere vollen Wänster.
Am nächsten Morgen stellen wir uns den Wecker. Wir haben uns gleich am ersten Tag die längste Wanderung ausgesucht, die unsere Karte hergab - naja fast zumindest. Vielleicht wäre ein Kilometer mehr auch noch drin gewesen. Am Ende stellen wir fest, dass es ungefähr 25 km gewesen sein müssen, die wir in den 7 Stunden hinter uns gebracht haben. Vollgepackt mit 3 Litern Wasser (die wir auch wirklich gebraucht haben!), einem Pullover, 2 Kameras und Tatendrang stiefeln wir los. Wir kommen vorbei an wunderschönen Flussläufen, laufen durch eine in weiten Teilen unberührte Natur. Wir bekommen ein klasse Panorama der hohen Tatra geboten und freuen uns unseres Lebens. Beschreiben kann man das nicht. Das muss man sehen. Gern versuche ich, euch Eindrücke zu geben aber auch wenn Bilder mehr als tausend Worte sagen, sie geben das Gefühl beim Wandern nicht wieder. Sie rauschen nicht wie das Wasser dort, sie singen nicht wie die Vögel und sie riechen nicht, wie die Wälder. Schade eigentlich, ich würde diese Gefühle gern mit euch teilen. Aber vielleicht ist es auch gut so, vielleicht animiere ich euch ja, dort selbst einmal hinzufahren. Nehmt aber wasserfeste Schuhe mit. ;)
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| Einer entspannt... |
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| ...der sucht den Weg. |
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| Ha! Gefunden! |
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| erster ganz kleiner Vorgeschmack |
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| Weiter geht es auf solchen Wegen, teilweise hängt die Kette aber in der Mitte der Stufen, so dass der Platz zum Laufen nicht mehr wird. |
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| Das kann man z.B. bei der Kurve da hinten ansatzweise erkennen |
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| Sicher repariert. Auch das entstehende Moment wurde offensichtlich gut bedacht ;) |
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| Quak! Quak! Nanu? AHHH, ein Fröschlein! |
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| Godfather der Bäume... |


Am Abend sind wir fix und fertig! Wir haben uns von 600 auf fast 1000 Meter hochgekämpft - mehrmals während dieser Tour. Es ist einer von diesen Abenden, wo man einfach nur rumsitzt und sich nicht nur denkt, dass man sich das verdient hat. Man weiß es auch nicht nur. Es ist wie ein heiliges Naturgesetz, das von niemandem angerührt werden kann. Mit tiefstem Glück in unserer Brust schlafen wir ein. Für den nächsten Tag nehmen wir uns nur eine kleine Tour vor. Wir wollen noch einmal ins Internet. Außerdem funktioniert unser Wasserhahn nicht mehr. Das muss ich mir mal ansehen. Die Reparatur dauert länger als erwartet, weil sich das Löten in einem kleinen Kunsstoffgehäuse als recht kompliziert herausstellt. Am Ende funktioniert er aber wieder wie neu und wir haben unser zu Hause wieder wie es mal war. So gehen wir nur ca. 6 oder 7 km. Dieser Wanderweg ist jedoch einer der schönsten, die ich mir vorstellen kann! Wir laufen ewig durch ein Flussbett über Stock und Stein, durch Wasser, dass oben aus einer Quelle rinnt. Wir klettern eine Leiter direkt neben einem Wasserfall hoch. Wenn der letzte Tag atemberaubend war, dann frage ich mich, wie wir diesen Tag überleben konnten!




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| Die Leiter neben dem Wasserfall, der ausschließlich aus Quellwasser besteht. |
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| So sahen einige Teile des Weges aus. |
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| Blick zurück |
Solltet ihr irgendwann einmal die Möglichkeit haben, einen Wanderurlaub in der Slowakei zu machen, nehmt euch für diesen Park hier 2 Tage Zeit. Fahrt auch 2 oder 3 Tage in einen anderen Nationalpark. Die Slowakei ist reich davon! Vergesst nicht, auch noch 2 oder 3 Tage für die hohe Tatra einzuplanen! Aber vergesst um Himmels Willen die wasserfesten Wanderschuhe nicht!!
So, genug für heute. Habt eine tolle Zeit! Es grüßt euch,
Euer Kai
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