Einige Tage sind vergangen seit dem letzten Blogeintrag. Es ist viel passiert. Also immer schön der Reihe nach.
Unsere Reise führte von Stettin nach Danzig – und zwar die Ostsee entlang. In Stettin hatten wir auf einem kleinen Dreckplatz direkt neben Davids Wohnheim geparkt. Der war eigentlich der Parkplatz für einen Wohnblock gleich nebenan. Als wir nach einer langen entspannten Nacht dort aufwachten und das Rollo öffneten, um die Sonne ins Auto reinzulassen, glotzten uns 2 Augen an. Wir glotzten zurück. Gerade hatten Leute neben uns geparkt und waren ausgestiegen. Sie schauten schnell wieder weg und wir ließen uns nicht weiter irritieren. Viel entscheidender war, dass wir das Rollo ganz umsonst geöffnet hatten, denn es war keine Sonne da!!! Das sollte der erste von einigen sehr kalten Tagen werden, die bis Montag anhielten und uns in der Nacht das eine oder andere mal zum frösteln anregten. Aber auch davon ließen wir uns nur kurz irritieren, aßen Frühstück und gingen dann nochmal kurz in die Stadt. Wir hatten am Abend zuvor einen kleinen Musikladen entdeckt und wollten dort eine Djembe, das ist eine afrikanische Trommel, die man im Sitzen zwischen die Beine klemmt, kaufen. Die hatten dort nur in Afrika hergestellte und wir wollten keine 60€ dafür ausgeben, also ließen wir das wieder sein, räumten das Auto auf und fuhren los. Unsere Reise führte uns immer die Ostsee lang. Wir wählten kleine Straßen und navigierten uns dank unserer Polenkarte zuverlässig so nah wie möglich am Meer immer weiter.
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| komische Verkehrsschilder sind das hier in Polen... |
Ein kleiner Ort, Dabki hieß er (
http://maps.google.de/maps?hl=de&ll=54.371159,16.368599&spn=0.164797,0.349846&t=m&z=12), war das Ziel. Dort gibt es einen riesigen See und das Meer. Wir dachten, wir stünden direkt am Meer aber irgendwie blieben die Wellen aus. Es stellte sich heraus, dass wir am See campierten. Es war trotzdem ein super Platz. Von der Schiebetür zum Ufer waren es grob geschätzt Schritte und ich übertreibe hier nicht! Wirklich klasse!!!! Wir haben keinen müden Cent dafür bezahlt.
Hier ein kleiner Eindruck von unserer Uebernachtung:
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| Schwaene auf dem Meer??? Neee, das ist der See!!! |
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| merkwuerdige Konstruktionen gab es hier, wir konnten so unsere Handtuecher trocknen |
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| so standen wir, das ist doch genial oder? |
2 Minuten Fußmarsch benötigten wir bis auf einen Campingplatz, wo wir uns einfach in Dusche und Klo schlichen und das somit auch kostenlos bekamen. Dann ging es über holprige Straßen, bei denen man bei Gegenverkehr von dem ohnehin sehr schlechten Asphalt auf noch schlechteren unbefestigten Schotterboden ausweichen musste, bis Danzig. Die 200 km dauerten bis um 5 und so erreichten wir Danzig und fanden sofort einen Parkplatz, auf dem man gegen eine Gebühr von 30 Zloty (8,50€) 24h parken durfte. Darüber ärgerten wir uns später, da das Parken in der Innenstadt am Wochenende kostenlos ist und wir nun einmal von Samstag auf Sonntag dort schliefen. Danzig ist eine superschöne Stadt. Diese Stadt lohnt einen Besuch, aber seht selbst.
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| Panorama eines kleinen Teil Danzigs |
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| Danke, David, fuer deine Gastfreundschaft in Stettin! |
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| die hatten dort einen superleckeren Earl Grey!!! So fruchtig! |
Dort verschlug es uns zuerst in die Touristeninformation. Wir besorgten uns einen kleinen Stadtplan und fragten die nette Dame, wo man denn abends gut weggehen kann. Sie empfahl uns eine Bar mit Namen „Absinthe“. Das klang verlockend und nachdem wir durch die Stadt gestreift waren, verschlug es uns in eben jene Kneipe. Ich bestellte mir einen 70 Prozentigen tschechischen Absinth. Davon kamen 4 cl in ein großes Glas. Obenauf wurde ein grobmaschiges Sieb gelegt mit 2 Stücken Würfelzucker und dann hieß es „Absinth marsch!“ Es wurden bestimmt nochmal 2 bis 3 cl Absinth aus der Flasche über die Zuckerwürfel gegossen. Die wurden angezündet und somit karamellisiert. Zum Schluss wurde das Glas mit Wasser aufgefüllt et voir là: ein leckeres Getränk! So stiefelten wir, Marcus mit seinem Cocktail und ich mit meinem Absinth, zu einem Tisch, an dem zwar schon 4 Leute saßen, für uns jedoch noch genug Platz bot. Dort spielten wir ein bisschen mit meiner Kamera rum, hatte ich Marcus an diesem Tag doch die ersten Grundbegriffe der Fotografie erklärt. Von den 4 Leuten gingen 3 rauchen und wir kamen mit dem vierten, einem Türken ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass es sich um 2 Paare handelte und er genau genommen schon verheiratet war – mit einer Polin aus Danzig. Er ist Ingenieur und im Schiffsbau in China tätig. Dort scheint er ein paar Monate zu arbeiten, um dann wieder recht lange nach Polen zu seiner Frau gehen zu können. Seine Frau, schätzungsweise nur wenig älter als wir, studierte noch irgendetwas mit Wirtschaft, ich weiß es nicht mehr so genau. Das ist ja aber auch nicht weiter wichtig. Jedenfalls ist sie sehr strenge Katholikin, was in Polen ja recht üblich ist. Sie war schon betrunken (es war erst halb 10 oder so…) und erzählte uns von einem Trip nach Hamburg, wo sie überall schwule Männer gesehen habe und entsetzt, empört und unglaublich aufgeregt darüber sprach – naja eher brüllte – wie widerlich, ekelhaft (immer wieder sagte sie „disgusting“) sie diese Leute fand. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Ich habe schon mehrere Leute sagen hören, dass sie Schwule ekelhaft finden aber mit so einem Hass, nein eher mit so einer Begeisterung für den eigenen Hass, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Der Türke meinte, dass er zusammen mit ihrer Mutter lebt und die ganze Wohnung von innen aussieht wie eine katholische Kirche. Überall hängen Bilder von Jesus und Kreuze und so weiter. Da waren wir natürlich neugierig. Wie die Mutter wohl verkraftet hätte, dass ihre Tochter einen muslimischen Türken heirate, wollten wir wissen. Die Antwort war kurz und wenig überraschend. Sie sei fast in Ohnmacht gefallen. Sie sprach, bedingt durch ihren Suff, extrem laut, wobei dank ihrer Stimmlage dieses Brüllen kaum verständlich war und man deshalb permanent dachte, man habe einen unglaublich lauten (Schallpegel Presslufthammer) Tinitus und stünde dabei neben einem immer wieder angeschlagenen Becken (also das vom Schlagzeug). Ihrem Mann war sie sichtbar peinlich. Uns tat er leid. Lange konnten wir das dann aber nicht aushalten und so gingen wir wieder zurück zum Auto, man könnte sagen: nach Hause. Trotzdem: es war ein schöner Abend. Das andere Paar war sehr nett, obwohl er praktisch kein Englisch sprach und unser polnisch etwas eingerostet ist. Wir schliefen gut in einer weiteren kalten Nacht und fuhren im Regen nochmal in die Innenstadt, um ein Internetcafé nach einer Möglichkeit zu befragen, wie und wo wir am besten unsere Gasflaschen wieder füllen lassen können. Wir fanden heraus, dass es in Polen problemlos möglich sei und freuten uns. Also ging es los, zu einer LPG Tankstelle, die auch Propangasflaschen vertrieb. Der meinte zu uns, dass das nicht geht, weil die Flaschen, die wir haben so viel mit dem polnischen Standard zu tun haben wie Deutsch dem Polnischen gleicht. Mist. Ach wir werden schon was finden. Im Grunde ist LPG ja auch nichts anderes – zumindest nicht, solange die Temperaturen über 0 °C bleiben. Später mussten wir auf einem Dorf tanken. Beim Wegfahren von der Tankstelle sahen wir Gasflaschen stehen, hielten nochmal an und gaben dem Tankwart zu verstehen (mit Hand und Fuß), dass er sich mal die Gasflaschen anschauen soll, ob er die befüllen kann. Es nickt heftig, geht in seine Kammer und holt einen Adapter. Den schraubt er auf unsere Flasche und drückt dann die LPG Zapfpistole auf die andere Seite dieses wunderbaren Gerätes. Es wird getankt. Das ist nicht ganz simpel, da in so eine Gasflasche nur 5 kg Gas dürfen, wir keine Ahnung haben, wie viel noch drin ist und auch nicht über eine Waage verfügen. Naja funktioniert schon…. Die Flaschen halten bis jetzt Stand und sobald es wieder etwas wärmer wird, nutzen wir die andere, jetzt noch übervolle Flasche auch noch ein bisschen und schon passt das. Wir wollten den Adapter am liebsten auch kaufen aber das konnten wir ihm nicht so richtig klarmachen und sind dann halt mit 2 vollen Flaschen abgezogen. Das Füllen beider Flaschen hat so viel gekostet wie das Füllen einer Flasche in Deutschland… guter Deal also. Das Ziel für diesen Tag waren die Masuren – eine wunderschöne Seenplatte. Dort wollten wir eigentlich an einem See schlafen aber auf dem Weg fiel unser Blick auf eine Werbetafel, die einen großen roten Pfeil trug. Es stand in großen Lettern darauf geschrieben „Wolfsschanze“. Na dann, erst mal zur Wolfsschanze! Dort gab es auch einen Campingplatz für 5€ die Nacht. Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen und hatten so für 2,50€ pro Person eine schön warme Dusche und ein richtiges Klo. Es war zwar alles sehr einfach aber sauber. Bevor es zur Wolfsschanze ging, mussten wir aber erst mal was essen, also kochten wir uns Bratkartoffeln mit Ei und machten dazu einen leckeren Salat. Einen schönen Pfefferminztee gab’s obendrauf und schon waren wir glücklich. In Absoluter Dunkelheit gingen wir dann nur mit einer Taschenlampe bewaffnet zur Wolfsschanze. Dort führt ein Weg durch einen Wald um die Ruinen herum. Es war schon etwas gruselig aber vor allem war es mystisch. Diese bis zu 10m dicken Betonwände zersprengt zu sehen. Alle Eingänge zu den Bunkern sind offen aber der Eintritt ist untersagt. Es ist nicht vorgesehen, Touristen durch die Bunker zu scheuchen. Am nächsten Tag werden wir erfahren, dass zum Sprengen dieser Bunkeranlage 9 Tonnen TNT benötigt wurden, was schon beachtlich ist. Wir laufen einen recht großen Rundgang und bewundern die abstrusen Betonklumpen, wahrscheinlich bis zu über einer Tonne schwer, die da einfach irgendwo rumliegen. Sie sollen bei der Sprengung 10, 20, ja bis zu 30 m weit geflogen sein. Wir nehmen uns vor, am nächsten Tag noch eine Führung mit zu machen, da nirgendwo Tafeln stehen und man auf diese Art und Weise nichts erfahren kann. Nach dem Frühstück war es so weit. Wir gingen wieder zum Eingang und gesellten uns einfach zu einer Rentner – Busreisegruppe. Die waren alle Deutsch und hatten einen wunderbaren Führer durch die Wolfsschanze. Er war Mitte Ende 50 und schmachtete permanent die Frauen an. Es gab immer was zu lachen. So berichtete er beiläufig davon, dass es an der Wolfsschanze einmal ein Oldtimertreffen gab und dort viele junge Menschen mit noch jüngeren schönen Frauen in sehr alten Autos waren. Er schaute einer Frau, die neben ihm stand, tief in die Augen und sagte „Ein altes Auto habe ich schon.“ Weil an der Wolfsschanze auch das Attentat vom alten Stauffenberg durchgeführt wurde, war das natürlich auch ein Punkt des Rundgangs. Der gute Mann zitierte Hitlers Rede im Radio nach dem Attentat und vergaß nicht darauf hinzuweisen, dass Hitler sie mit seinem rrrollendem „r“ sprach, genau wie sein „r“ klinge. Es war eine angenehme Tour, sehr informativ und gespickt mit vielen Lachern. Die Eindruecke, die wir dort bekamen, moechte ich euch natuerlich trotzdem nicht vorenthalten:
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| abgeknicktes Betonwaendchen |
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| ein kleiner Teil des Luftschutzbunkers fuer Hitlers Adjutanten |
Danach fuhren wir ab, es war bereits halb 2. In Polen hielten wir uns nun an die größeren Straßen. Die ermöglichen ein deutlich schnelleres Vorankommen. In einem kleinen Ort – Weijherowo – fuhren wir an einem Park vorbei. Überall standen kleine Häuschen. Sie sahen aus wie Kirchen. Das fanden wir interessant, also wendeten wir und hielten dort an. Es stellte sich heraus, dass es eine Art Kapellenpark war. Später hielten wir noch einmal bei einer gigantischen Kapelle. Zu beiden Stationen gibt es nicht wirklich viel zu sagen. Bilder gibt es trotzdem. Beide Orte waren sehr beeindruckend, ich hoffe, ihr könnt das auch mit erkennen.
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| solche kleinen Kapellen, im inneren 400 Jahre alt, standen da ueberall |
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| ...und Kirche nochmal in Gross, ganz gross in diesem Fall |
Halb 9 Uhr Ortszeit erreichten wir dann endlich Vilnius, zu Deutsch Wilna, die Hauptstadt von Litauen. Marcus hat hier eine Bekannte aus seiner Zeit in Spanien und so haben wir gleich auch jemanden, der sich in der Stadt auskennt. Für den Abend mussten wir jedoch allein klarkommen, da sie noch eine Arbeit für die Uni auf dem Plan hatte. Sie führte uns ins Zentrum und dort aßen wir zu aller erst Pizza. Die schmeckte gut und war mit ca. 4,50€ (30cm) für jeden nicht zu teuer. Wir gingen noch etwas weiter rein in die Stadt, erreichten das eigentliche Stadtzentrum aber nicht, dafür kannten wir uns einfach viel zu wenig aus. Was wir fanden, sah nicht nach der größten barocken Altstadt Europas aus. Wir sollten uns täuschen. Um noch einmal auf Toilette gehen zu können, kehrten wir in eine Bar ein, bestellten dort nichts sondern gingen einfach auf Toilette. Dort gab es aber nur eine Toilette, so mussten wir etwas warten und kamen mit 2 Italienern und einem Spanier ins Gespräch. Sie verbringen gerade eine Woche in Vilnius, da hier irgendein Theaterfestival an der Uni stattfindet und sie hier auftreten. Sie erklärten uns, dass sie eigentlich auch etwas lernen müssten aber nicht dazu kommen, da sie abends und nachts feiern (naja…trinken) und tagsüber für ihr Stück proben. Wir machten unsere Scherze darüber und gingen bald wieder. Immerhin mussten wir am nächsten Tag um 12 Uhr zu einer free walking tour durch die Stadt an einem Punkt erscheinen, zu dem wir noch eine halbe Stunde laufen mussten. Außerdem ist es hier eine Stunde später als bei uns. Also eine weitere kalte Nacht im Auto. Gott sei Dank haben wir halbwegs warme Schlafsäcke und so kann man gut schlafen ohne permanent frierend aufzuwachen. Viel kälter sollte es allerdings nicht mehr werden. Punkt 12, mit deutscher Pünktlichkeit, erreichen wir den vereinbarten Treffpunkt. Wir sind eine Gruppe von Leuten, die hauptsächlich in unserem Alter sind und aus reiselustigen Leuten aus u.a. Norwegen, Holland und Deutschland besteht. Es ist eine etwas alternative Tour, wir gehen nicht zu den Plätzen, die auf jeder Landkarte verzeichnet sind, sondern suchen Orte auf, die hauptsächlich die Einheimischen kennen. So sind wir zum Beispiel in dem Bereich, in dem von den Nazis ein Ghetto angelegt wurde. Die Mehrheit der in Vilnius lebenden Menschen bestand bis zum 2. Weltkrieg aus Juden. Von ihnen wurden 99% umgebracht. Heute leben praktisch keine Juden mehr hier. Außerdem waren wir in einem Künstlerviertel hier in Vilnius. Dieses Viertel beansprucht für sich, eine eigene Republik zu sein.
Es gibt eine eigene Verfassung und ein Schild am Eingang zeigt klare Regeln auf:
1) Immer lächeln
2) Lass deinen Verstand offen sein, versuche alles in diesem Viertel so intensiv und unbefangen zu sehen und zu erleben, wie es nur möglich ist.
3) Maximale Geschwindigkeit: 20 km/h
4) Wer schneller fährt, fällt ins Wasser.
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| 4 einfache Regeln |
Es ist ein unwahrscheinlich buntes, offenes, junges und beeindruckendes Stadtviertel. Mittlerweile wird es leider, wie das so üblich ist, immer teurer und es siedeln sich immer mehr Leute dort an, die das Flair dieser Republik kaputt machen. Übrigens: das Ding mit der eigenen Republik geht so weit, dass am 1.4., dem Tag der Unabhängigkeit Litauens, eigene Wachen an den Eingängen stehen und man einen Stempel in seinen Reisepass bekommt, sobald man über die „Grenze“ geht.
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| wer der Jungfrau im Hintergrund in die Augen schaut, wird fuer immer in Vilnius bleiben, sagt die Legende. Ob das bei Diana und Arunas wohl klappt? Ich druecke euch die Daumen, unbekannterweise natuerlich. |
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| Backpackerjesus ;) |
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| Die offene Hand ist das Symbol des Viertels, sie steht fuer Offenheit. |
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| Sowas suchen wir heute noch in Riga, aber in echt |
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| Koennt ihr`s lesen? |
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| Ich habs zumindest lesen koennen ;) |
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| Blick ueber Vilnius... |
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| ...und auf die Burg von Vilnius |
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| mitten in der Stadt ein idyllisches Plaetzchen finden, ja auch das geht |
Nach dieser tollen Führung gehen wir in ein traditionell litauisches Restaurant, wo wir eins der bekanntesten litauischen Gerichte probieren: Zeppelin. Ein Zeppelin sieht tatsächlich aus, wie das gleichnamige Flugobjekt. Es ist gemacht aus Kloßteig, der verschiedenartig gefüllt ist. Mein Zeppelin war gefüllt mit Hackfleisch. Im Marcus‘ Zeppelin fand sind Frischkäse. Diese Zeppeline sind mit Sour-Cream und kleinen angebratenen Speckwürfeln garniert und schwimmen geradezu im Fett. Sie sind wirklich sehr gehaltvoll aber auch sehr lecker. Dazu gibt es nichts. Nur 2 Zeppeline. Marcus und ich teilten uns einen Salat davor, um wenigstens etwas Frisches zum Fett zu essen. Dennoch, man sollte es unbedingt probieren! Dazu gab es litauisches Bier – wunderbar. Es gibt hier ein interessantes Nationalgetränk. Es ist alkoholfrei und ist Bier nicht ganz unähnlich aber aus Brot gebraut. Darin schwimmen weiße Rosinen. Es schmeckt sehr gewöhnungsbedürftig. Allerdings gibt es auch hier, ähnlich wie bei Bier große Geschmacksunterschiede. Wir hatten in diesem Restaurant ein ekelhaftes und in einer Bar am Abend ein ganz passables. Insgesamt ist es wirklich eine wunderschöne Stadt, die einen Ausflug wert ist. Die Innenstadt ist wirklich groß, der Titel „größte barocke Altstadt Europas“ ist doch gerechtfertigt! Außen herum sieht man die UDSSR. Auf Brücken sind zum Teil große Statuen von kämpfenden Arbeitern und Bauern. Es gibt große stalinistische Plätze. Manche Kirchen wurden zu Sowjetzeiten zu Museen des Atheismus umgewandelt. Es ist eine Stadt voll Geschichte, wunderschöner Bauwerke. Die Uni z.B. sieht aus, wie eine gigantische Kirche. Eine Fakultät allein hat einen Reiz den manche ganze Unis nicht haben. Es ist unglaublich und werde hier sicherlich noch einmal herkommen! Von Berlin sollen günstige Flieger gehen – Ryan Air fliegt direkt nach Vilnius. Direkt an der City Hall gibt es ein Hostel, von dem die Free Walking Tours organisiert werden. Die sollte man unbedingt mitnehmen! Wir bekamen von Marcus‘ Bekannten dann noch eine Sightseeing Tour spendiert. Die Stadtführerin der Free Walking Tour war eine Freundin von dieser Bekannten und so war für uns auch schon eine Gelegenheit zum Schlafen organisiert worden. So kam es dazu, dass ich das erste Mal Couch Surfing betrieb. Couch Surfing basiert auf einem Online Portal, bei dem man sich registriert. Leute bieten dort an, fremde Leute kostenlos auf ihrem Sofa schlafen zu lassen oder ihnen die Stadt zu zeigen oder auch beides. So hat man gleich jemanden, der sich dort auskennt und man lernt Leute supereinfach kennen. Wir wollen das öfter nutzen. Als wir ankamen, wurden wir reichlich bekocht. Es gab eine rosafarbene Suppe, die hier wohl recht typisch ist. Sie ist kalt und besteht hauptsächlich aus saurer Milch, Dill, roter Bete und gekochten Eiern. Wirklich lecker. Dazu hatte sie Kartoffelecken zubereitet. Absolut klasse! Die Nacht war entspannt, sie bereitete uns sogar Frühstück zu – Haferflocken in Milch gekocht, dazu Joghurt, Himbeeren, getrocknete Feigen und Aprikosen. Sehr, sehr fein! Marcus wollte noch einmal seinen Fuß in einem Medizinzentrum untersuchen lassen, weil er schon seit einigen Tagen Schmerzen hat. Die haben ihn dann geröntgt und Urinproben genommen usw. So hatte ich etwas Freizeit. Ich bin dann nochmal in die Stadt gegangen und habe mich ein weiteres Mal von ihrer Schönheit beeindrucken lassen. Danach ging es auf nach Riga. Immer schön die großen Straßen Litauens und Lettlands langhin gleiten. Entlang dieser Straßen gibt es nicht viel zu sehen. Nur kleine Bauerngehöfte und ein großes Nichts – naja so groß kann es nicht sein, immerhin reden wir hier über Litauen und Lettland! In Lettland war das auch deutlich weniger ausgeprägt. Hier kamen wir sogar an kleinen Städten vorbei und man sah Lebenszeichen. Ungefähr 18.45 Uhr erreichten wir dann die lettische Hauptstadt und fanden einen Bezahlparkplatz. Dort kam dann gleich ein Mann in Warnweste zu uns. Wir hatten natürlich noch keine Landeswährung und versuchten ihm das klar zu machen. Er konnte uns aber nicht erklären, wo ein Geldautomat ist, so dass er einfach abwinkte. Es stellte sich heraus, dass wir einen Parkplatz an der Markthalle gefunden hatten. Dort gibt es jeden Tag einen gigantischen Markt um die Markthalle, wo unglaubliche Mengen sehr verlockender Früchte verkauft werden – Erdbeeren (da konnten wir nicht widerstehen und kauften welche), Birnen, Äpfel, Bananen, Weintrauben…was das Herz begehrt! In der Markthalle werden zu kühlende Waren wie Fisch, Fleisch, Käse usw. verkauft. Sofort fanden wir eine Touristeninformation und besorgten uns eine Stadtkarte und hoben Geld ab. Verflucht, bei dieser Währung hier sind die Zahlen kleiner als bei uns! Da müssen wir aufpassen! Ein kleiner Bummel durch die Stadt bringt uns ein Internetcafé, also registrieren wir uns noch bei Couchsurfing. Dann gibt es Pelmeni – das sind russische Teigfladen mit Hackfleisch gefüllt – als kleinen Mitternachtssnack. Es sind nicht viele und wir teilen sie uns. Wir hatten davon gelesen und wollten sie unbedingt nochmal ausprobieren, zumal das Café, das die anbietet, 24 Stunden lang geöffnet hat. Überall neben dem Café herrscht Feierstimmung. Offensichtlich ist Riga deutlich feierfreudiger als Vilnius, das unter der Woche am Abend wie ausgestorben wirkte. Riga ist das komplette Gegenteil. Ob es wohl daran liegt, dass in dieser Stadt nahezu gleich viele Russen wie Letten wohnen? Wer weiß… Jedenfalls fahren wir nach unseren mitternächtlichen Sünden wieder etwas aus dem Zentrum raus und finden einen kostenlosen Parkplatz, wo wir uns ins Bett legen. Der Parkplatz ist nicht zu weit weg vom Zentrum und so können wir das Auto hier stehen lassen und am nächsten Tag ins Zentrum laufen. Nach dem Frühstück geht es los zu einer Free Walking Tour durch Riga. Sie funktioniert genau wie die Tour durch Vilnius.Die Tour war echt schick, aber darueber spaeter mehr.
Viele Gruesse,
Euer Kai
Wow, erst 10 Tage unterwegs und schon so viel erlebt und schon so weit gekommen :) manchmal bin ich echt neidisch, aber zB zu dieser gruseligen Wolfsschanze hätten mich bei Nacht keine 10 Pferde hin bekommen!! Bis bald und gute Reise :D
AntwortenLöschenCool, Kai! Dass du nach dem Absinth nicht erblindet bist, finde ich erstaunlich! Voll cool, dass ihr an der Wolfsschanze wart - die Bilder erinnern mich an Inglorious Bastards, die Szene im Wald (eeeewww). Geht's Markus denn jetzt besser? Warum nehmen die Urin ab, wenn der Fuß weh tut??? (höhöhö) Lasst's euch gut gehen!
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