Polen. Stettin. Zuhaus bei Freunden. Naja bei einem Freund –
David. Dazu aber später mehr. Erstmal mussten wir ja herkommen. Am Dienstag
ging es nun in Dresden los, recht spät ging es los. Wie das so ist, hier
verzögert es sich noch etwas, dort auch und schwupps – es ist um 4! Egal. Wir
haben ja Zeit.
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| Kilometerstand bei Abfahrt |

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| Blinde Passagiere wohin das Auge reicht |
Zunächst ging es nach Görlitz. Dort wollten wir nach Polen
überwechseln. Vor der Grenze suchen wir uns noch einen gemütlichen Platz, um
nochmal auf deutschem Boden alle Leuten, die uns lieb und wichtig sind,
anzurufen. Dann geht es los, raus aus Deutschland – vielleicht für 5 Monate. Da
darf man gespannt sein. Aber so einfach ist das gar nicht – aus Deutschland
rauskommen. Wir haben uns in Görlitz mächtig verfranzt, bis wir endlich die
Brücke gefunden haben. Letztendlich ging es dann aber doch und so betraten
unsere Füße, naja Reifen, polnischen Boden. Wir steuerten gleich eine
Tankstelle an, um uns mit Kartenmaterial auszurüsten. Schnell war ein See an
einem kleinen Örtchen ausgemacht, der unser erstes Nachtlager werden sollte.
Dummerweise gestaltete sich das mit dem Straßen finden auch nach Görlitz nicht
immer so leicht. Nach ewigem Gesuche fanden wir dann so gegen halb 10 dieses
kleine Örtchen aber einen See haben wir dort nicht gefunden! Allerdings hatten
wir kurz davor schon ein kleines Plätzchen am Straßenrand ausgemacht, das als
Notlager dienen sollte. Dort war es wirklich schön! Die Straße war fast gar
nicht befahren und der Wald idyllisch. Gleich nachdem das Bett aufgebaut war,
fand ich mich schon im Reich der Träume wieder.
Der Mittwoch begann mit einem Frühstück auf einer kleinen
Bank, die dort neben unserem Bus stand. Also mischen wir unser Müsli mit Milch,
setzten uns auf die Bank und genossen die Ruhe und unser Essen. Ein Pole mit
Armeehose auf einem Quad aber ohne Helm fuhr an uns vorbei in den Wald rein.
Ich nicke ihm zu und er winkt zurück. Nett, die Polen! Dann zurück ins Auto und
auf nach Stettin. Landstraße fahren in Polen benötigt Zeit. Schlechte
Straßenverhältnisse und sehr enge Straßen, die ein Ausweichen auf Schotter bei
Gegenverkehr erzwingen sind selbstverständlich. So ist eine Geschwindigkeit von
60 bis 70 km/h oftmals das höchste der Gefühle.
Während wir so fuhren überlegten wir uns, dass wir den David ja kontaktieren können
müssen und deshalb eine polnische SIM Karte von Vorteil wäre. Irgendwann bogen wir in
einem Kreisverkehr zu früh ab und wollten bei einer Tankstelle wenden. Wir
dachten, da können wir doch mal nachschauen, ob wir hier so was bekommen. Als
wir wenden sehen wir gegenüber einen Supermarkt und probieren es dann doch
lieber dort. In dem Supermarkt gab es aber vollkommen unerwartet einen kleinen
Handyladen und dort bekam ich eine SIM Karte für 5 zl, also 1,25€ mit 5 zl
Guthaben. Jawoll! Minutenpreis: 29 gr, also 7 Cent. Danach stellte sich heraus,
dass wir doch nicht in die falsche Straße abgebogen waren und so einen recht
guten Weg nach Stettin gefunden hatten.
Später nahmen wir einen Anhalter mit. Mitte 50 war er. Pole.
Er spricht ganz passables Englisch. Damit haben wir nicht gerechnet. Er erklärt
uns, dass er 11 Jahre lang als illegaler Immigrant in den USA gelebt hat. Dort
wurde er nur Jonny R. gerufen. In Wirklichkeit heißt er John. John wir im
Polnischen aber eher wie Jan ausgesprochen. Als er als illegaler Immigrant
erkannt wurde, wurde er ins Gefängnis gesperrt – für ein halbes Jahr, weil die
Polizisten seinen Pass verschlampt hatten! Es war eine wirklich tolle
Unterhaltung und wir beschließen, so etwas öfter zu machen.
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| das Feuer muss brennen! |
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| der heiße Stein mit Grillgut |
Nachdem wir uns über das Casino „Salon Gier“, das wir auf
dem Weg sahen, seines Names wegen amüsiert hatten, war es auch gar nicht mehr
weit bis Stettin, wo David schon auf uns wartete. Natürlich gab es schon einen
Plan. Grillen wollten wir! Am See. Also noch schnell ein paar Freunde von David
eingeladen und in den Norden von Stettin an den See gefahren. Dort habe ich
gleich mal angebadet. Das Wasser war nicht sonderlich warm aber wenn man sich
bewegte, ging es und es hat echt Spaß gemacht, mal wieder im See zu
schwimmen. Danach zum Grillplatz, wo, wer hätte es bei dem Wetter gedacht, kein
Grill mehr frei ist und wir haben natürlich keinen eigenen mit. Aber das kann uns nicht
abschrecken. Wir machen ein kleines Feuerchen und als es gut brennt, kommt ein
Stein rauf. Auf dem heißen Stein haben wir dann gegrillt. Dazu gab es Salat,
Musik von Gitarre und Didgeridoo und viel gute Laune. Am Abend zeigt uns David
einen polnischen Studentenclub. Dort gab es Bier für einen Euro, gute Musik und
klasse Stimmung. Bevor wir wieder nach Hause, also in den Bus zurückkehren,
darf natürlich ein kleines Fotoshooting nicht fehlen. Langsam dämmert es wieder
und gerade noch so im Halbdunkel liege ich in meinem Schlafsack und schlafe
ein.
Die Bilder unseres Shootings wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten:
Gestern war ein ruhiger Tag. Bis um 11 geschlafen und dann
bis um 4 bei David im Studentenwohnheim gefrühstückt. Es gab Eierkuchen mit
Salami, Käse, Paprika oder auch mit Nutella und Banane. Mit Marcus breche ich
danach auf, um Stettin zu bewundern. Es war sicher mal eine wunderschöne Stadt,
das erkennt man schnell aber viele Häuser benötigen mal wieder das eine oder
andere Händchen, um den Prunk der früheren Tage wieder auszustrahlen. Die
Museen haben bereits geschlossen, also wird es nur ein Spaziergang. Die Stadt
ist wie ausgestorben am heutigen Nationalfeiertag. Schade, eine Parade wäre toll
gewesen! Danach ging es zu David ins Wohnheim. Die Wohnheime in Stettin sind
ein bisschen anders organisiert als in Deutschland. Hier gibt es eine Rezeption
und jeder Besucher muss seinen Ausweis abgeben, so lange er hier zu Besuch ist.
Das geht aber nur bis 22 Uhr!!!! Da fragt man sich doch instinktiv, wie die
armen Stettiner Studenten überhaupt ein Studentenleben führen können oder wie
die das machen mit einem Partner. Eine Übernachtung von anderen Leuten kostet
für den Mieter 30 zl pro Person und Nacht, also immerhin 7,50€! Sonst werden
nach 22 Uhr alle Besucher rausgejagt und neue sowieso nicht mehr reingelassen.
So kommen wir Viertel 9 hier rein und bringen wie selbstverständlich Bier mit.
An der Rezeption werden wir gleich mal verjagt und verstehen nicht, warum. Eine
Studentin kann für uns übersetzen und sagt, dass Bier im Wohnheim verboten ist.
Da überall Kameras sind, kann sie uns auch nicht mit geschlossenen Augen
durchlassen. Wir sollen es verdecken und durchgehen. Ein Glück, sie ist nicht
ganz so streng! Danach geht es in eine Bar zu einem Konzert – Big Joe Cover
Band. Es war lustig und Doppeldeckerabend – 2 Bier kosten so 7 zl, also eins
weniger als einen Euro. Es hat Spaß gemacht und wir sind recht früh wieder
heim. Jetzt gibt es Frühstück und dann geht es los Richtung Danzig.
Lasst es euch gut gehen! Bis zum nächsten Mal!
Euer Kai








schööööööööön- aber du hättest mich ruhig auch mal anrufen können!
AntwortenLöschenhört sich nach ner menge spaß an. viele fotos machen und hochladen, hochladen, hochladen!! cooler fotoshoot, aber denk dran: nur einer von euch kann germany's next top model werden...
Hihi, ja der Fotoshoot hat Spass gemacht! Wir haben sogar ein Supermodel Bild gemacht aber ich war der Meinung, dass mein Modelgang noch verbesserungswuerdig ist ^^
AntwortenLöschenja, der Catwalk ist nicht zu unterschätzen... Immer einen Fuß vor den anderen und der Handtaschä muss lebändig sain!
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