Freitag, 4. Mai 2012

Die ersten Stationen


Polen. Stettin. Zuhaus bei Freunden. Naja bei einem Freund – David. Dazu aber später mehr. Erstmal mussten wir ja herkommen. Am Dienstag ging es nun in Dresden los, recht spät ging es los. Wie das so ist, hier verzögert es sich noch etwas, dort auch und schwupps – es ist um 4! Egal. Wir haben ja Zeit. 
Kilometerstand bei Abfahrt


Blinde Passagiere wohin das Auge reicht
Zunächst ging es nach Görlitz. Dort wollten wir nach Polen überwechseln. Vor der Grenze suchen wir uns noch einen gemütlichen Platz, um nochmal auf deutschem Boden alle Leuten, die uns lieb und wichtig sind, anzurufen. Dann geht es los, raus aus Deutschland – vielleicht für 5 Monate. Da darf man gespannt sein. Aber so einfach ist das gar nicht – aus Deutschland rauskommen. Wir haben uns in Görlitz mächtig verfranzt, bis wir endlich die Brücke gefunden haben. Letztendlich ging es dann aber doch und so betraten unsere Füße, naja Reifen, polnischen Boden. Wir steuerten gleich eine Tankstelle an, um uns mit Kartenmaterial auszurüsten. Schnell war ein See an einem kleinen Örtchen ausgemacht, der unser erstes Nachtlager werden sollte. Dummerweise gestaltete sich das mit dem Straßen finden auch nach Görlitz nicht immer so leicht. Nach ewigem Gesuche fanden wir dann so gegen halb 10 dieses kleine Örtchen aber einen See haben wir dort nicht gefunden! Allerdings hatten wir kurz davor schon ein kleines Plätzchen am Straßenrand ausgemacht, das als Notlager dienen sollte. Dort war es wirklich schön! Die Straße war fast gar nicht befahren und der Wald idyllisch. Gleich nachdem das Bett aufgebaut war, fand ich mich schon im Reich der Träume wieder.
Der Mittwoch begann mit einem Frühstück auf einer kleinen Bank, die dort neben unserem Bus stand. Also mischen wir unser Müsli mit Milch, setzten uns auf die Bank und genossen die Ruhe und unser Essen. Ein Pole mit Armeehose auf einem Quad aber ohne Helm fuhr an uns vorbei in den Wald rein. Ich nicke ihm zu und er winkt zurück. Nett, die Polen! Dann zurück ins Auto und auf nach Stettin. Landstraße fahren in Polen benötigt Zeit. Schlechte Straßenverhältnisse und sehr enge Straßen, die ein Ausweichen auf Schotter bei Gegenverkehr erzwingen sind selbstverständlich. So ist eine Geschwindigkeit von 60 bis 70 km/h oftmals das höchste der Gefühle.
Während wir so fuhren überlegten wir uns, dass wir den David ja kontaktieren können müssen und deshalb eine polnische SIM Karte von Vorteil wäre. Irgendwann bogen wir in einem Kreisverkehr zu früh ab und wollten bei einer Tankstelle wenden. Wir dachten, da können wir doch mal nachschauen, ob wir hier so was bekommen. Als wir wenden sehen wir gegenüber einen Supermarkt und probieren es dann doch lieber dort. In dem Supermarkt gab es aber vollkommen unerwartet einen kleinen Handyladen und dort bekam ich eine SIM Karte für 5 zl, also 1,25€ mit 5 zl Guthaben. Jawoll! Minutenpreis: 29 gr, also 7 Cent. Danach stellte sich heraus, dass wir doch nicht in die falsche Straße abgebogen waren und so einen recht guten Weg nach Stettin gefunden hatten.
Später nahmen wir einen Anhalter mit. Mitte 50 war er. Pole. Er spricht ganz passables Englisch. Damit haben wir nicht gerechnet. Er erklärt uns, dass er 11 Jahre lang als illegaler Immigrant in den USA gelebt hat. Dort wurde er nur Jonny R. gerufen. In Wirklichkeit heißt er John. John wir im Polnischen aber eher wie Jan ausgesprochen. Als er als illegaler Immigrant erkannt wurde, wurde er ins Gefängnis gesperrt – für ein halbes Jahr, weil die Polizisten seinen Pass verschlampt hatten! Es war eine wirklich tolle Unterhaltung und wir beschließen, so etwas öfter zu machen.
das Feuer muss brennen!
der heiße Stein mit Grillgut
Nachdem wir uns über das Casino „Salon Gier“, das wir auf dem Weg sahen, seines Names wegen amüsiert hatten, war es auch gar nicht mehr weit bis Stettin, wo David schon auf uns wartete. Natürlich gab es schon einen Plan. Grillen wollten wir! Am See. Also noch schnell ein paar Freunde von David eingeladen und in den Norden von Stettin an den See gefahren. Dort habe ich gleich mal angebadet. Das Wasser war nicht sonderlich warm aber wenn man sich bewegte, ging es und es hat echt Spaß gemacht, mal wieder im See zu schwimmen. Danach zum Grillplatz, wo, wer hätte es bei dem Wetter gedacht, kein Grill mehr frei ist und wir haben natürlich keinen eigenen mit. Aber das kann uns nicht abschrecken. Wir machen ein kleines Feuerchen und als es gut brennt, kommt ein Stein rauf. Auf dem heißen Stein haben wir dann gegrillt. Dazu gab es Salat, Musik von Gitarre und Didgeridoo und viel gute Laune. Am Abend zeigt uns David einen polnischen Studentenclub. Dort gab es Bier für einen Euro, gute Musik und klasse Stimmung. Bevor wir wieder nach Hause, also in den Bus zurückkehren, darf natürlich ein kleines Fotoshooting nicht fehlen. Langsam dämmert es wieder und gerade noch so im Halbdunkel liege ich in meinem Schlafsack und schlafe ein.
Die Bilder unseres Shootings wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten: 





 


Gestern war ein ruhiger Tag. Bis um 11 geschlafen und dann bis um 4 bei David im Studentenwohnheim gefrühstückt. Es gab Eierkuchen mit Salami, Käse, Paprika oder auch mit Nutella und Banane. Mit Marcus breche ich danach auf, um Stettin zu bewundern. Es war sicher mal eine wunderschöne Stadt, das erkennt man schnell aber viele Häuser benötigen mal wieder das eine oder andere Händchen, um den Prunk der früheren Tage wieder auszustrahlen. Die Museen haben bereits geschlossen, also wird es nur ein Spaziergang. Die Stadt ist wie ausgestorben am heutigen Nationalfeiertag. Schade, eine Parade wäre toll gewesen! Danach ging es zu David ins Wohnheim. Die Wohnheime in Stettin sind ein bisschen anders organisiert als in Deutschland. Hier gibt es eine Rezeption und jeder Besucher muss seinen Ausweis abgeben, so lange er hier zu Besuch ist. Das geht aber nur bis 22 Uhr!!!! Da fragt man sich doch instinktiv, wie die armen Stettiner Studenten überhaupt ein Studentenleben führen können oder wie die das machen mit einem Partner. Eine Übernachtung von anderen Leuten kostet für den Mieter 30 zl pro Person und Nacht, also immerhin 7,50€! Sonst werden nach 22 Uhr alle Besucher rausgejagt und neue sowieso nicht mehr reingelassen. So kommen wir Viertel 9 hier rein und bringen wie selbstverständlich Bier mit. An der Rezeption werden wir gleich mal verjagt und verstehen nicht, warum. Eine Studentin kann für uns übersetzen und sagt, dass Bier im Wohnheim verboten ist. Da überall Kameras sind, kann sie uns auch nicht mit geschlossenen Augen durchlassen. Wir sollen es verdecken und durchgehen. Ein Glück, sie ist nicht ganz so streng! Danach geht es in eine Bar zu einem Konzert – Big Joe Cover Band. Es war lustig und Doppeldeckerabend – 2 Bier kosten so 7 zl, also eins weniger als einen Euro. Es hat Spaß gemacht und wir sind recht früh wieder heim. Jetzt gibt es Frühstück und dann geht es los Richtung Danzig.

Lasst es euch gut gehen! Bis zum nächsten Mal!
Euer Kai

3 Kommentare:

  1. schööööööööön- aber du hättest mich ruhig auch mal anrufen können!
    hört sich nach ner menge spaß an. viele fotos machen und hochladen, hochladen, hochladen!! cooler fotoshoot, aber denk dran: nur einer von euch kann germany's next top model werden...

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  2. Hihi, ja der Fotoshoot hat Spass gemacht! Wir haben sogar ein Supermodel Bild gemacht aber ich war der Meinung, dass mein Modelgang noch verbesserungswuerdig ist ^^

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  3. ja, der Catwalk ist nicht zu unterschätzen... Immer einen Fuß vor den anderen und der Handtaschä muss lebändig sain!

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