Donnerstag, 17. Mai 2012

...endlich mehr über Riga


ein Stückchen Berliner Mauer in Riga

Die Free Walking Tour durch Riga war klasse! Riga ist eine Stadt, die ursprünglich von deutschen Missionaren gegründet wurde. Mit den Jahrhunderten wurde Riga sogar zur größten Hansestadt überhaupt! Das Stadtzentrum ist sehr schön erhalten, jedoch nicht annähernd so beeindruckend wie das von Vilnius. Trotzdem – die Tour macht Spaß. Das lag sicherlich auch an den Leuten, die mitliefen. So lernten wir einen deutschen Studenten kennen, der sich Riga mit seiner norwegischen Freundin ansah. Beide studieren in Kopenhagen. Wir haben keine Ahnung, auf welcher Sprache sie kommunizieren, Englisch war es jedenfalls nicht. Außerdem war ein belgisches Ehepaar so Mitte Ende 40 mit von der Partie, mit denen man sich auch gut unterhalten konnte. So liefen wir durch eine Stadt, die mit ihren rechtwinkligen Straßen keine Gelegenheit bietet, sich zu verlaufen. Überall gibt es Häuser in den diversesten architektonischen Stilen. Zum Beispiel gab es in einer Straße 3 Häuser direkt nebeneinander, die alle von dem gleichen Architekten entworfen wurden. Sie wurden jeweils im Abstand von 6 Jahren entworfen und ähnelten sich kein bisschen! Ich fand das zwar irgendwie beeindruckend – genauso wie all die Jugendstil Bauten – aber ich verstehe leider gar nichts davon. Architektur müsste man studieren! 

Diebe! Die Golden Gate Bridge in Riga, tztztz...

Was? Den Eiffelturm haben die hier auch nachgebaut??? Also nein!!

Jetzt wirds mir aber zu bunt! Auch noch das Empire State Building ;)

Ahhh, naja es wurde etwas abgewandelt, man beachte die etwas dunkleren Tafeln links und rechts neben den 3 Fenstern
Ein Blick ins Russenviertel, ein sehr armes Viertel mit Russen, die sich nicht integrieren wollen, frei nach dem Motto "Vor 20 Jahren war das hier Russland, dann ist es das auch heute noch!" Die sprechen auch kein Lettisch und haben insgesamt einen sehr schlechten Ruf hier in Lettland

Blick von der riga'schen Golden Gate Bridge auf die Altstadt, hat schon was, oder?
Nach unserer Free Walking Tour mussten wir jedenfalls zuerst etwas essen gehen. Es war schon 15 Uhr geworden und unsere Mägen knurrten. Also wieder ab zu den Pelmeni. Diesmal gab es etwas mehr davon und für mich eine Soljanka. Nach wie vor ist dieses Essen absolut zu empfehlen. Es gibt die Pelmeni nämlich mit unterschiedlichen Füllungen: alle möglichen Fleischsorten, Hüttenkäse und vegetarisch.
Danach mussten wir uns aber sputen. Wir wollten noch unsere Wäsche waschen. Wir hatten, geistesgegenwärtig, wie wir sind, unsere Führerin nach Waschsalons befragt. Nun hatten wir also 2 Punkte auf der Landkarte und einen Rucksack voll Wäsche. Also los! Nach endlosem Laufen durch eine warme Stadt ohne Wasser fanden wir dann….nichts! Keine Chance. So mussten wir den gesamten Weg zurück zum Internetcafé auf uns nehmen und fanden dort nach einigem Suchen heraus, dass es einen Waschsalon gibt – genau dort, wo wir schon waren! Also wieder eine halbe Stunde mit schwerem Rucksack und müden Beinen durch die Hitze, und zwar ohne Wasser dafür aber mit Durst. Diesmal fanden wir den Waschsalon auch ohne Problem und gaben unsere Wäsche ab. Das kostete nicht mehr, als es selbst zu machen und wir konnten uns dafür noch ein bisschen in einen Park legen. Wir waren von dem ganzen durch die Stadt laufen ganz schön fertig. Warum muss durch die Stadt dackeln auch nur immer so anstrengend sein??? Gesagt getan, in den Park gelegt (nicht ohne vorher noch ein Eis gegessen zu haben), die Sonne genossen und dann mit dem Auto wieder zum Waschsalon gefahren, um die Wäsche abzuholen. Am Abend wollten wir uns das Nachtleben Rigas ansehen, also fuhren wir unser Auto auf einen Parkplatz mitten im Stadtzentrum. Die sind nämlich kostenlos von 20 – 8 Uhr. Ansonsten kosten sie aber ungefähr 1,50€ pro Stunde. Wir wollten eh früh los und deshalb auch nicht so lange feiern, also entschieden wir uns für eine Bar. 
auf dem Weg in die Bar...seltsame Partys haben die hier...
Wir treten also in diese Bar ein, eine Band bereitet sich gerade vor. Plötzlich hören wir es. Wir schauen uns an. Kann das wirklich sein? Pssst. Da ist es schon wieder! Da hat doch jemand Deutsch gesprochen. Also wurde dem Plan für den Abend ein neuer Punkt höchster Priorität zugefügt: gleich die Landsmänner belästigen! Sofort sind wir in ein Gespräch mit ihnen verwickelt. Es sind 2 alte Freunde aus Schultagen. Einer hat irgendwas mit Werkzeugmechaniker gelernt, der andere Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Letzterer arbeitet jetzt in Liechtenstein, wohnt in der Schweiz und kauft in Österreich ein. Beide haben einfach ihren Job gekündigt und reisen jetzt ein Jahr lang. Sie wandern oder fahren mit dem Bus. So sind sie bis Riga gekommen. Über Kaliningrad. Hässlich sei es dort, meinten sie. Sie hätten noch nie eine so hässliche Stadt gesehen! Jedenfalls wollen sie auf diese Weise nach St. Petersburg, von wo für 350€ oder so ein Flug nach Bangkok geht. Dort bleiben sie eine Weile, fliegen dann auf die Malediven und über Umwege irgendwie weiter nach Südamerika und dann zurück. Ein Jahr haben sie Zeit. Die Flüge sind schon alle gebucht – bis auf den Rückflug. Wir staunen. Interessanterweise haben sie eine Erfahrung gemacht, die auch wir gemacht haben. Sie haben ihre Reiseplanung schon so oft vor anderen Leuten heruntergebetet, dass sie ihre eigene Reise mittlerweile als langweilig empfinden – zumindest die Ziele sind für sie nichts Besonderes mehr. Alle Leute staunen immer. Alle Leute wollen am liebsten mitkommen. Aber man selbst staunt immer nur über andere, nicht über seine eigenen Ziele und Erfahrungen. Wirklich lustig.
Naja, so ging auch der 2. Abend in Riga zu Ende und wir fuhren ab nach Polen.
Auf dem Rückweg zum Auto machen wir nochmal Halt am Wasser in einem Park nahe unserem Auto. Sieht diese Brücke nicht klasse aus?

1 Kommentar:

  1. Whoa, der New Age Lufterfrischer lebt!! Cool. Pflanzen - das erste sieht aus wie eine Art Schilf, das zweite ist ein Gras, das ich schonmal in Norwegen gesehen habe... hmm...

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